Ulmia Universa K – Einstellungen und Pflege der Bandsäge

Von einem erfahrenen Anwender habe ich einige Tipps und Tricks zur Bandsäge erhalten.

Richtige Sägebandspannung

Unter dem Sterngriff für die Sägebandspannung sind werkseitig 11 Federscheiben gelagert.
Sie müssen paarweise so gesteckt sein, dass sie linsenförmig aufeinanderliegen und sich damit federnd zusammenpressen lassen.
Also keinesfalls so einlegen, dass sie wie Suppenteller im Geschirrschrank liegen, sonst funktioniert der Mechanismus nicht.

 

„Ulmia Universa K“ – Bandsäge
a) „BS“ mit angeflanschtem Motor
b) „BSK“ mit Keilriemenscheibe und Antrieb durch Ulmia

Die Höhe des Federscheibenpaketes 

variiert im gespannten Zustand zwischen ca. 8-9 mm.
Faustregel: schmales Band hoch und breites Band niedrig.
Voraussetzung ist selbstverständlich, dass das Band exakt 1500 mm lang ist.
Nach dem Sägen sollte man die Bandspannung lösen, was der Lebensdauer zugute kommt.

Die Sache mit der halben Holzwäscheklammer

Es ist fummelig, die Höhe mit dem Messstab einzustellen.
Prima verwenden kann man dafür eine halbe Holzwäscheklammer, die man an der Säge hängen hat. Alternativ benutzt man ein kleines Holzstück mit passenden Maßen.

Die Höhe der Wäscheklammer beträgt hochkant 10 mm und damit funktioniert sie am Federpaket angehalten wie eine Lehre. Man schleift diese einfach auf 9 mm zurecht und hat eine passende Einstelllehre für die Sägebandspannung.

Ulmia Universa K – Bandsäge „BSK“

Einstellung der Segmentplatten für Tischlagerung

Der Sägetisch ist unterseitig mit zwei verschieden konstruierten Aufnahmeflächen für die Segmentplatten gebaut.
Die Segmentplatte mit der Nute kann sofort fest mit dem Tisch verschraubt werden.
Die 2. Sementplatte wird erst verschraubt, wenn die Semente mit der zentralen Maschinenschraube in der Gleithalterung verschraubt ist.
(gleiches gilt sinngemäß für den Sägetisch der Ulmia Universa Kreissäge).
Auch hier gilt: „Wer gut schmiert, der gut fährt!“ und so kommt das gute bewährte harzfreie (Näh-)Maschinenöl auf den Gleitflächen zum Einsatz.

Fixierung der Sägemaschinenabdeckung

Das Kunststoff-Material und die Konstruktion der Abdeckung entsprechen so gar nicht der Ulmia-Tradition und führen bei unvorsichtigem Gebrauch leicht zu Brüchen der Haube.
Vier Kunststoff-Unterlegscheiben verteilen den Schraubdruck der Bakelit-Schrauben besser und sorgen für rissfreie Befestigung,
wenn die Rändelmuttern gefühlvoll leicht aufgeschraubt werden („nach fest kommt ab“ sagt schon der alte Schrauber…).
Gerissene Hauben kann man mit Uhu Endfest Plus (Zwei-Komponentenkleber) wieder reparieren. Natürlich kann man auch Schwannheimer Industriekleber mit Füllstoff verwenden. So lassen sich Risse schließen und anschließend verschleifen.

Ulmia Universa K – Bandsäge „BSK“

Pflege der Naturkautschukauflagen

Die Pflege der Naturkautschukauflagen der Bandlaufrollen erfolgt durch gelegentliches Einreiben mit Glycerin, damit die Auflage nicht porös und rissig wird.

Ersatz der Pertinax-Stifte der Rollenführung

Falls man die originalen roten Pertinax-Stifte der Rollenführung, die das Sägeband führen, ersetzen muss, kann man dies mit Buchendübel oder einem Buchenrundholz (6mm Durchmesser) machen.
Altenativ kann offenbar auch Bronze verwendet werden, ich denke allerdings, dass Buchenholzdübel leichte zu beschaffen sind.

„Ulmia Universa K“ – Bandsäge
a) „BS“ mit angeflanschtem Motor
b) „BSK“ mit Keilriemenscheibe und Antrieb durch Ulmia

Kork als Austauschmaterial der Gummiauflagen der Bandsägerollen

Die Bandsägerollen der Ulmia Universa K Bandsäge „BS“ und der Ulmia Bandsäge „BKS“ (mit angeflanschtem Motor) haben geklebte ballige Gummibandagen als Auflage für mittigen Lauf und sichere Führung des geschränkten Sägeblattes.
Durch Gebrauch und Alterung kann das Gummimaterial hart, porös und rissig werden.
Wenn keine Gummibandagen im Handel zu kaufen sind, kann die Reparatur (Selbstfertigung der Bandagen und Montage) selbst durchgeführt werden.

„Ulmia Universa K“ – Bandsäge
a) Bandsäge „BS“ mit angeflanschtem Motor
b) „BSK“ mit Keilriemenscheibe und Antrieb durch Ulmia Universa
  • Beide Bandsägerollen können im Maschinenständer ohne Demontage repariert werden.
  • Motor-Schukostecker beziehungsweise CEE-Stecker vom Stromnetz trennen
  • Bandsägeblatt ausbauen
  • Beschädigte Gummibandage rückstandsfrei von der Bandsägerolle entfernen, Material- und Klebereste vorsichtig abschaben, Metallfläche mit Waschbenzin oder Nitroverdünnung reinigen bzw. entfetten.
  • Aus einer ca. 4 mm dicker Naturkorkplatte passend lange und breite Streifen für den Bandsägerollenumfang zuschneiden. Es können auch zwei bis drei Streifen verarbeitet, die auf Stoß dicht aneinanderliegend verklebt werden.
  • Die Korkstreifen und Metallfläche der Bandsägerolle mit Pattex Kraftkleber Classik
    – flächig einstreichen
    – antrocknen lassen gemäß Herstellerangabe
    – Korkstreifen auf Bandsägerolle auflegen
    – andrücken und mit einem Schonhammer vorsichtig festklopfen.
  • Die Weiterbearbeitung der Korkbandage ist sofort möglich.
  • Die ballige Abrundung von Kanten der Korkbandage wird durch Handschleifen mit Holz-Schleifpapier / Schmiergelpapier in aufsteigender Körnung ab K 80 erreicht.
  • Maßhaltigkeit durch Augenschein prüfen unter Drehen der Bandsägerolle von Hand, bis die gleichmäßige beidseitige Rundung der Korkauflage in balliger Form hergestellt ist.
„Ulmia Universa K“ – Bandsäge
a) Bandsäge „BS“ mit angeflanschtem Motor
b) „BSK“ mit Keilriemenscheibe und Antrieb durch Ulmia Universa

Naturkork lässt sich sehr gut bearbeiten, ist haltbar, biegsam und hat die nötige Elastizität und Haftung für sichere Führung des Sägebandes auf der Bandsägerolle.

Dies funktioniert natürlich an beiden Varianten:

  • Ulmia Bandsäge „BS“ mit angeflanschtem Motor
  • Ulmia Universa K Bandsäge „BSK“ mit Keilriemenscheibe und Antrieb durch Ulmia Universa K

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